Zum Inhalt

Aktivierung der Virtualisierungsunterstützung für die charly-VM lite

Zweck

Für die erfolgreiche Installation der charly-VM lite muss die Hardware-Virtualisierung aktiviert sein, da innerhalb des Systems Hyper-V verwendet wird.

Das gilt auch dann, wenn Windows selbst bereits als virtuelle Maschine läuft. In diesem Fall muss die Virtualisierung nicht nur auf dem physischen Host aktiviert sein, sondern auch an die Windows-VM durchgereicht werden.

Hinweis

Wenn die charly-VM lite innerhalb eines bereits virtualisierten Windows installiert wird, ist Nested Virtualization erforderlich. Ohne diese Freigabe kann Hyper-V in der Gast-VM nicht gestartet werden.

Voraussetzungen

  • Administrative Rechte auf dem Hostsystem bzw. auf dem Virtualisierungshost
  • Aktivierte CPU-Virtualisierung auf der physischen Hardware
  • Ein Prozessor mit Unterstützung für Hardware-Virtualisierung
  • Vollständiges Herunterfahren und erneutes Starten der betroffenen VM nach Konfigurationsänderungen

Je nach CPU-Hersteller heißen die relevanten Funktionen unterschiedlich:

  • Intel: Intel VT-x, Intel Virtualization Technology, teilweise zusätzlich VT-d
  • AMD: AMD-V, SVM Mode, teilweise zusätzlich IOMMU

Entscheidend ist, dass die CPU-Virtualisierung aktiviert ist und bei virtualisierten Windows-Systemen an die VM weitergegeben wird.

Prüfung unter Windows

Vor oder nach der Konfiguration kann die Aktivierung in Windows geprüft werden:

  1. Task-Manager öffnen.
  2. Zum Reiter Leistung wechseln.
  3. CPU auswählen.
  4. Prüfen, ob dort Virtualisierung: Aktiviert angezeigt wird.

Wichtig für Supportfälle

Diese Anzeige bestätigt nur, dass Windows CPU-Virtualisierung sieht. Sie bestätigt nicht, dass die Windows-Features für Hyper-V bereits installiert sind oder dass der Windows-Komponentenspeicher fehlerfrei ist.

Was der charly-updater übernimmt

Die charly-VM lite benötigt Hyper-V nicht nur als BIOS- oder VM-Einstellung, sondern auch als aktiviertes Windows-Feature.

Beim Installieren oder Aktualisieren der charly-VM lite prüft der Updater deshalb die Voraussetzungen und aktiviert fehlende Hyper-V-Komponenten selbst:

  • Auf Windows Server werden die Features Hyper-V und RSAT-Hyper-V-Tools installiert.
  • Auf Windows Client-Systemen werden Microsoft-Hyper-V und Microsoft-Hyper-V-Management-PowerShell aktiviert.

Wenn Windows dafür einen Neustart verlangt, meldet der Updater den Status restart_required. Das ist kein Fehler in der charly-VM lite. In diesem Fall muss Windows neu gestartet und die Installation oder das Update danach erneut ausgeführt werden.

Wenn diese Windows-Feature-Aktivierung fehlschlägt, liegt die Ursache nicht automatisch an BIOS/UEFI oder Nested Virtualization. Auch beschädigte oder unvollständige Windows-Feature-Quellen bzw. ein defekter Windows-Komponentenspeicher können Hyper-V-Fehler auslösen.

Aktivierung auf physischer Hardware (BIOS/UEFI)

Vorgehen

  1. Rechner neu starten.
  2. Beim Start das BIOS/UEFI öffnen.
  3. Je nach Hersteller eine der üblichen Tasten verwenden, zum Beispiel Entf, F2, F10, Esc oder F12.
  4. Nach einer der folgenden Optionen suchen:
  5. Intel Virtualization Technology
  6. VT-x
  7. Intel VT-d
  8. AMD-V
  9. SVM Mode
  10. IOMMU
  11. Die gefundene Option auf Enabled stellen.
  12. Änderungen speichern.
  13. Den Rechner neu starten.

Typische Menüpfade

Die Einstellung befindet sich häufig in einem der folgenden Bereiche:

  • Advanced
  • CPU Configuration
  • Security
  • System Configuration

Aktivierung unter Proxmox

Wenn Windows als VM unter Proxmox läuft und darin Hyper-V genutzt werden soll, muss Nested Virtualization aktiviert werden.

Schritt 1: Virtualisierung auf dem physischen Host aktivieren

Zuerst muss auf dem physischen Proxmox-Host im BIOS/UEFI die CPU-Virtualisierung aktiviert sein.

Schritt 2: Nested Virtualization auf dem Proxmox-Host einschalten

Für Intel-CPUs

echo "options kvm-intel nested=Y" > /etc/modprobe.d/kvm-intel.conf

Für AMD-CPUs

echo "options kvm-amd nested=1" > /etc/modprobe.d/kvm-amd.conf

Anschließend den Proxmox-Host neu starten.

Schritt 3: CPU-Typ der VM auf host setzen

In den VM-Einstellungen:

  1. Hardware öffnen.
  2. Processor wählen.
  3. Als CPU-Typ host setzen.

Dadurch werden die Virtualisierungsfunktionen an die Windows-VM weitergegeben.

Schritt 4: Windows-VM vollständig ausschalten

Die VM darf nicht nur neu gestartet oder pausiert werden. Sie muss einmal vollständig heruntergefahren und danach wieder gestartet werden.

Aktivierung unter VMware

Wenn Windows in VMware läuft und darin Hyper-V verwendet werden soll, muss ebenfalls Nested Virtualization aktiviert werden.

VMware Workstation / VMware Player

  1. Die Windows-VM vollständig ausschalten.
  2. Die VM-Einstellungen öffnen.
  3. Processors auswählen.
  4. Die folgende Option aktivieren:

Virtualize Intel VT-x/EPT or AMD-V/RVI

Falls vorhanden, können zusätzlich folgende Optionen aktiviert werden:

  • Virtualize CPU performance counters
  • Virtualize IOMMU (IO memory management unit) nur wenn ausdrücklich benötigt

Falls die Option nicht sichtbar ist

Je nach VMware-Version kann zusätzlich ein Eintrag in der VM-Konfiguration erforderlich sein:

vhv.enable = "TRUE"

VMware ESXi

Bei VMware ESXi muss in den VM-Einstellungen die hardwaregestützte Virtualisierung für das Gastbetriebssystem freigegeben werden. Je nach Version geschieht das über die CPU-Optionen oder über die Einstellung:

Expose hardware-assisted virtualization to the guest OS

Aktivierung unter Hyper-V

Wenn Windows selbst als VM unter Hyper-V läuft und darin erneut Hyper-V verwendet werden soll, muss Nested Virtualization aktiviert werden.

Vorgehen

  1. Die betroffene VM vollständig ausschalten.
  2. Auf dem Hyper-V-Host eine PowerShell mit Administratorrechten öffnen.
  3. Folgenden Befehl ausführen:
Set-VMProcessor -VMName "NameDerVM" -ExposeVirtualizationExtensions $true

NameDerVM ist durch den tatsächlichen Namen der VM zu ersetzen.

Optional: Netzwerk für verschachtelte Virtualisierung

Falls innerhalb der VM weitere VMs Netzwerkzugriff benötigen, kann zusätzlich MAC-Spoofing nötig sein:

Get-VMNetworkAdapter -VMName "NameDerVM" | Set-VMNetworkAdapter -MacAddressSpoofing On

Danach die VM wieder starten.

Troubleshooting

Virtualisierung wird in Windows nicht als aktiviert angezeigt

Mögliche Ursachen:

  • Die Funktion wurde im BIOS/UEFI nicht gespeichert.
  • Der Host wurde nach der Änderung nicht neu gestartet.
  • Bei einer VM wurde Nested Virtualization nicht aktiviert.
  • Die VM wurde nur neu gestartet, aber nicht vollständig ausgeschaltet.

Hyper-V lässt sich in der Gast-VM nicht installieren

Mögliche Ursachen:

  • Die CPU-Virtualisierung wird nicht an die VM durchgereicht.
  • Unter Proxmox ist der CPU-Typ nicht auf host gesetzt.
  • Unter VMware ist Virtualize Intel VT-x/EPT or AMD-V/RVI nicht aktiviert.
  • Unter Hyper-V wurde -ExposeVirtualizationExtensions $true nicht gesetzt.

Kurzfassung

  • Physische Hardware: Virtualisierung im BIOS/UEFI aktivieren
  • Proxmox: Nested Virtualization auf dem Host aktivieren und CPU-Typ der VM auf host setzen
  • VMware: Virtualize Intel VT-x/EPT or AMD-V/RVI aktivieren
  • Hyper-V: Set-VMProcessor -VMName "NameDerVM" -ExposeVirtualizationExtensions $true ausführen
  • Updater: aktiviert fehlende Hyper-V-Windows-Features selbst; ein angeforderter Neustart ist normal
  • Windows-Fehler: 0x80073701 oder Die referenzierte Assembly konnte nicht gefunden werden deutet auf Windows-Komponentenspeicher/Feature-Quellen hin

Version: 2.11.5

Datum der letzten Aktualisierung: 07.7.2026